Zu Gast bei Dagmar 13: Märkte, Sternzeichen und ein Besuch bei IKEA (30. Oktober 2009)


Hallo und guten Tag. Heute ist der 30. Oktober und ich begrüsse Sie herzlich zu meinem neuen Podcast  "Zu Gast bei Dagmar". Ich habe gleich zu Beginn eine grosse Bitte: Schreiben Sie mir doch, welche Themen Sie interessieren. Dann kann ich in den kommenden Podcasts darauf eingehen.
Heute berichte ich zuerst von den Wochenmärkten in einigen Schweizer Städten sowie meiner kleinen Fahrt nach Italien. Danach sind wieder einmal die Sternzeichen an der Reihe. Heute ist es der Skorpion, dessen Sonne vom 24. Oktober bis 22. November im Zenit [1] steht. Und zum Schluss entführe ich Sie in das berühmte schwedische Möbelhaus Ikea. Viel Spass!


Wenn Sie am vierten Montag im November Zeit haben, dann sollten Sie unbedingt [2] einmal nach Bern fahren. Warum? Ganz einfach. Dann findet nämlich der berühmte "Zibele-Märit" statt - also der jährliche Zwiebelmarkt. In diesem Jahr findet er am 23. November 2009 statt. Falls Sie mit dem Zug nach Bern reisen, dann sind Sie schon fast mittendrin. Und dann werden Sie staunen. So viele Zwiebeln in allen möglichen Formen und Varianten haben Sie noch nie gesehen. Auch wenn es Glühwein zu trinken und leckeren Zwiebelkuchen zu essen gibt, ziehen Sie sich warm an, es wird sehr kalt Ende November. Bern hat aber nicht nur den Zwiebelmarkt zu bieten, es gibt auch noch den wunderschönen Weihnachtsmarkt und, nicht zu vergessen, die Wochenmärkte. Die Präsentation von Blumen, frischem Gemüse, Käse und Wurstwaren, aber auch von Spielzeug und Textilien, bereitet mir sehr viel Freude. Überhaupt ist das bunte Treiben [3] ein Genuss für die Augen.

Auch in Neuenburg gehe ich gerne auf den Markt, der mitten in der Stadt, jeweils am Dienstag, Donnerstag und Samstag abgehalten wird. Hier können Sie alles kaufen, was Sie für Apéro, Mittag- und Abendessen benötigen. Zum Beispiel frischen Fisch aus dem Neuenburgersee, Eier und Gemüse von den Bauern aus dem Seeland und vieles mehr.

Bevor ich Ihnen von meiner Suche nach einem ganz bestimmten, italienischen Markt erzähle, muss ich Ihnen noch unbedingt einen wirklich guten Tipp geben. Jeweils am Mittwoch und Samstag findet in Genf im Plainpalais ein ganz besonderer Markt statt. Hier dreht es sich nicht so sehr um Lebensmittel, sondern um Antiquitäten, Kuriositäten [4] und Raritäten [5]. Ich habe mir dort einmal einen völlig verrückten Hut gekauft, dann einen indischen Jupe und auch einen alten Kerzenleuchter.

Eine Freundin hatte mir so oft von dem Markt in Luino vorgeschwärmt, dass ich mich am vergangenen Mittwoch spontan entschloss, dorthin zu fahren. Der Besuch in Luino sollte meine letzte Städtereise in diesem Jahr sein.

Obwohl ich bei meiner Ankunft total erschöpft [6] war, die Fahrt hatte sich gelohnt. Unglaublich die Grösse dieses Marktes, unglaublich diese Fülle an Waren. So etwas habe ich wirklich noch nie gesehen. Kleider und andere Textilien soweit das Auge reichte. Bademäntel für 5 Euro, gesteppte Gilets und Jacken für 10 Euro, elegante Stiefel für 15 Euro, dazu Tischwäsche, Kissen, Silberschmuck und vieles mehr. Ich wusste gar nicht, was ich alles kaufen sollte, wollte aber trotzdem die weite Reise nicht ganz umsonst gemacht haben. Nach langen Überlegungen habe ich dann für meine Enkelkinder und für meine Freundinnen ein paar hübsche Geschenke für Weihnachten gefunden. Wenn Sie vielleicht im nächsten Frühling eine Reise in das wunderschöne Tessin planen, dann machen Sie an einem Mittwoch doch einen Abstecher nach Luino.

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Kennen Sie jemanden in Ihrer Familie oder in Ihrem Freundeskreis, der das Messer beim Essen immer auf die falsche Seite legt - also links - obwohl er oder sie Rechtshänder ist? Kennen Sie jemand, der nach drei Konferenzen an einem Tag, diversen Einkäufen, hunderten von Kilometern Autofahrt immer noch fit ist und anschliessend noch feiern geht? Oder kennen Sie jemand, der alles weiss und alles kann? Jemand, der das Leben, seinen Beruf und die Liebe mit Leidenschaft meistert und der vor nichts zurückschreckt? Wenn Sie diese Fragen mit "Ja" beantworten, so ist Ihr Gegenüber, Freund oder Partner (weiblich oder männlich) ein Skorpion.

Wenn man den Astrologen Glauben schenkt, dann ist der Skorpion das problematischste [7] und komplizierteste [8] Sternzeichen, das es gibt. Denn er tut nur das, was er will und er vertritt seine Meinung mit Beharrlichkeit und Intensität - Widersprüche haben keine Chance. Die Ausdauer eines Skorpions ist sagenhaft. Vielleicht liegt das daran, dass der Skorpion in der Natur ein Tier ist, das  eisige Wüstennächte und sengende Sonnentage überstehen muss. Seinen Feinden begegnet der Skorpion mit seinem giftigen Stachel, der durchaus tödlich sein kann. Auf die Menschen übertragen heisst das, wenn dir ein Skorpion Angst einjagt, dann suche das Weite - und wenn nicht, ist Wehren [9] zwecklos. Ein Skorpion vereinigt alle Extreme [10], von der Bosheit bis zum Idealismus, von der geistigen Überlegenheit bis hin zur stärksten Sinnlichkeit. Sie wollen es mit einem Skorpion aufnehmen? Vergessen Sie es! Nein, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ich bin kein Skorpion. Aber ich wäre gern einer.

Und hier noch eine kleine Liste berühmter Skorpione: Albert Camus, Marie Curie, Vicco von Bülow (Loriot), Indira Ghandi, Christiaan Barnard.

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Zum Schluss besuchen wir noch ein berühmtes, schwedisches Möbelhaus. Ich meine natürlich Ikea. Klar, wir alle haben Möbel von Pfister, Micasa und anderen Möbelhäusern in unserer Wohnung. Aber beinahe jeder von uns hat auch einen Tisch, einen Stuhl oder sogar ein Regal von Ikea. Zum Beispiel das berühmte Bücherregal "Billy". Meine Billy-Regale habe ich schon seit dreissig Jahren und sie haben viele Umzüge miterlebt und sich in verschiedenen Funktionen [11] nützlich gemacht. Zuerst waren sie Bücherregale, dann standen sie im Keller für Vorräte, später im Kinderzimmer für die Plüschtiere und danach wieder im Wohnzimmer. Erinnern Sie sich noch an den Fernseh-Werbespot unter dem Motto "Wohnst du noch oder lebst du schon?" Oder an die Werbung nach Weihnachten, wo in dem Film die Weihnachtsbäume auf die Strasse geworfen werden? Vor elf Jahren hat Ikea diesen schwedischen Brauch zu uns gebracht. Ja, das gibt es tatsächlich in Schweden. Das ist der so genannte "Knut-Tag".

Ikea geht es aber nicht darum, dass möglichst viele Menschen in der Schweiz ihren Weihnachtsbaum am 11. Januar aus dem Fenster werfen. Ikea möchte, dass möglichst viele ihren Weihnachtsbaum zu Ikea bringen, wo der Weihnachtsbaum gegen einen Einkaufsgutschein eingetauscht wird. Wenn das nicht eine clevere [12] Marketing-Idee ist! Und gleichzeitig brauchen Sie sich nicht um die Entsorgung [13] zu kümmern.

Neulich habe ich wieder einmal eine Ikea-Filiale besucht. Ich hatte zwei Dinge auf meinem Einkaufszettel: ein schmales Bücherregal und ganz bestimmte Gewürzgläser, die ich bei einer Freundin gesehen hatte. Mehr wollte ich wirklich nicht einkaufen! Die Gewürzgläser habe ich nach langem Suchen endlich gefunden und dabei natürlich viele andere Dinge gesehen. Aber ich bin standhaft [14] geblieben. Dann ging ich in die Abteilung mit den Regalen. Ich suchte nur ein ganz schmales Bücherregal für den Flur oder den Gang, wie man in der Schweiz sagt. Dort wollte ich meine vielen Taschenbücher unterbringen, die sich seit einiger Zeit auf dem Boden stapeln. Das passende Regal habe ich in der Ausstellung gefunden - nein, dieses Mal war es kein Billy Regal. Also habe ich mir die Artikelnummer notiert und auch, in welchem Gang ich dieses Regal in der Abholhalle finden konnte. Dort habe ich einen flachen Einkaufswagen für Möbel geholt und mich auf den Weg gemacht. Alles war übersichtlich beschriftet, und ich habe schnell den richtigen Weg gefunden. Mein neues Regal, über das ich mich schon sehr freute, lag auch ganz praktisch in Augenhöhe zum Mitnehmen. Mit beiden Händen habe ich an dem Paket gezogen und gezogen, bis es sich langsam nach vorne bewegte. Und es wurde immer länger und immer schwerer. Da erst habe ich realisiert, dass ich ein zwei Meter langes Paket überhaupt nicht in meinem Auto transportieren konnte. Und ein Blick auf die Produktinformation zeigte mir, dass dieses Regal 24 Kilo schwer war. Total enttäuscht musste ich von meinem Vorhaben [15] ablassen, dabei hatte ich mich schon auf das Zusammenbauen und das Einräumen des Regals gefreut. An der Kasse habe ich mich dann bei einer freundlichen Verkäuferin erkundigt, ob man mir das Regal nach Hause liefern könne. Der Transport hätte 95 Schweizer Franken gekostet, das Regal selbst nur 79 Franken. Das war mir dann, ehrlich gesagt, zu teuer. Und nun hoffe ich darauf, dass sich ein Freund mit einem grösseren Auto erbarmt [16] und wir zusammen das Bücherregal doch noch bei einem nächsten Besuch erwerben können. Fazit von dieser Geschichte: gehen Sie niemals alleine zu Ikea, wenn Sie Möbel brauchen.

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Nun, das war's wieder für heute. Wie immer  freue ich mich auf Ihre Kommentare unter www.podclub.ch. Wir hören uns das nächste Mal am 13. November. Haben Sie auch schon einmal eine Auszeichnung oder einen Preis erhalten? In der Schule, im Büro oder im Sport? Das nächste Mal möchte ich darüber mit Ihnen plaudern, aber auch über Farben und das Wetter. Bis dann grüsst Sie, wo immer Sie auch sind, Ihre Dagmar.




[1] der Zenit: der höchste Punkt am Himmel
[2] unbedingt: auf jeden Fall
[3] das Treiben: der Trubel, der Betrieb
[4] die Kuriosität: die Besonderheit
[5] die Rarität: der seltene Gegenstand
[6] erschöpft: müde
[7] problematisch: schwierig
[8] kompliziert: nicht einfach, schwer verständlich
[9] das Wehren: der Widerstand
[10] das Extrem: der Gegensatz
[11] die Funktion: die Art und Weise
[12] clever: gewitzt, geschickt
[13] die Entsorgung: die Abfallbeseitigung
[14] standhaft: konsequent
[15] das Vorhaben: der Plan
[16] erbarmen: leid tun