Zu Gast bei Dagmar 14: Die Bise!, Farben und ein Friedensnobelpreis (13. November 2009)


Hallo und guten Tag. Heute ist der 13. November. Gerne begrüsse ich Sie zu meinem Podcast  "Zu Gast bei Dagmar".  Heute sprechen wir über das Wetter, über die neuen Modefarben und über den Friedensnobelpreis an Barack Obama. Ich würde mich freuen, wenn Ihnen diese Auswahl gefällt. Sie wissen ja, dass Sie die Möglichkeit haben mir zu schreiben. Und zwar unter www.podclub.ch. Sie haben es bestimmt schon bemerkt: Neu müssen Sie sich nicht mehr umständlich registrieren [1] und  einloggen: Sie haben direkten Zugriff [2] auf unsere Website.


Was interessiert uns alle jeden Tag? Was macht uns Freude oder was ärgert uns? Und worüber kann man im Büro, in der Schule, Zuhause oder an einer Party problemlos [3] plaudern? Natürlich, über das Wetter. Das Wetter ist ein unerschöpfliches [4] Thema. Im Westen der Schweiz, vor allem im Jura ist die Bise ein Thema. Als ich vor vielen Jahren in die Schweiz kam und das Wort Bise laufend hörte, habe ich nur den Kopf geschüttelt. Ich dachte bei mir, was soll das? Einen kalten Nordostwind gibt es überall. Die Schweizer sollen nur nicht so tun, als gäbe es diesen Wind nur bei ihnen. Mit der Zeit habe ich dann aber gemerkt, dass die Bise nicht nur in den Köpfen der Schweizer existiert, sondern, dass sie durchaus real und einzigartig ist. Sie ist ein trockener, kalter Wind, der vom Bodensee her durch den Kanal der Alpen und des Jura bis zum Genfersee vordringt und bis zu 100km Geschwindigkeit erreichen kann. Mittlerweile weiss ich, warum mir an bestimmten Tagen mein Knie weh macht, ohne dass ich einen Meter gegangen bin.

Wenn ich an einem solchen Bisentag dann meiner Freundin Helene, die auch diverse Probleme mit den Gelenken hat, telefoniere, klingt das etwa so: " Wie geht es deinem Knie?" "Oh, miserabel. Ich konnte kaum die Treppe runterlaufen. Und wie geht es mit deiner Hüfte?" "Ganz schlecht. Ich habe sogar beim Sitzen Schmerzen. Heute weht ja die Bise". Sie sehen also, die Bise bereitet älteren Damen und bestimmt auch Herren, ziemliche Probleme. Aber von der Bise abgesehen konnten wir uns dieses Jahr wirklich nicht über das Wetter beklagen. Wir hatten einen warmen Sommer und einen wunderschönen Herbst mit sehr viel Sonnenschein. Die Verfärbung der Bäume von gelb über orange und rot bis braun war zwar nicht so intensiv wie im vergangenen Jahr, dafür hatten wir den wärmsten Oktober seit beinahe fünfzig Jahren. Ich bin gespannt wie der Winter wird. Ob wir wieder soviel Schnee haben werden wie im Jahr 2008? Lassen wir uns überraschen. Eines ist sicher, das Wetter macht sowieso, was es will.

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Nun zu einem ganz anderen Thema. Hot Chocolate, Havana und Zimt. Was sagen Ihnen diese Begriffe? Denken Sie etwa an kalte Wintertage mit prasselndem [5] Kaminfeuer, an eine Tasse heisser Schoggi [6] oder an feine Zimtguetzli [7] - und die Herren an eine gute Zigarre? Weit gefehlt! Das sind die neuen Farben der Autoindustrie für 2009/2010. Seien Sie ehrlich, würden Sie ein braunes Auto fahren? Diesen Modetrend für Autos hat es übrigens schon einmal gegeben. Das war aber vor über dreissig Jahren und soweit ich mich erinnere, war braun auch damals kein grosser Erfolg.

Nehmen wir die Trendfarben aber doch mal etwas genauer unter die Lupe. Lila heisst es, sei als Farbe immer noch akut [8] und rot sei diesen Winter im Kommen. Lila, ausgerechnet lila. Dabei ist lila eine so schwierige Farbe zum Kombinieren, weil die Farbskala so weit ist und von hellem Flieder bis zu dunklem Brombeer reicht. Und für die Herren? Lila? Das kann wohl kaum gut gehen. Den Herren wird wohl, wie immer, nichts anderes übrig bleiben, als sich für Varianten [9] in grau oder schwarz oder auch braun zu entscheiden. Vielleicht ergänzt mit sparsamen Farbtupfern, wie zum  Beispiel einem fliederfarbenen Oberhemd, einer roten Jacke oder einer passenden Krawatte.

Mit den neuen Modefarben im Kopf habe ich mich vor einer Woche mit zwei Freundinnen im neuen Einkaufszentrum Westside bei Bern zum Shoppen getroffen. So ein Nachmittag kann äusserst anstrengend sein! Jeannette suchte eine brombeerfarbene Hose, Madeleine eine schwarze Daunenjacke und ich einen violetten Rollkragenpullover, der zu meinen violetten Jeans passen sollte. Zu dumm nur, dass ich die Hose weder angezogen noch eingepackt hatte.

Nach dem Bummel durch die verschiedenen Läden trafen wir uns zu einer Tasse Kaffee und verglichen unsere Einkäufe. Wo war welche Jacke schöner, wo war sie günstiger? Welche Hose passte zu welchem Pullover, und was konnte man mit den Sachen Zuhause noch kombinieren? Dass wir auch Dinge erstanden hatten, die wir gar nicht kaufen wollten, war voraus zu sehen gewesen. Jeannette hatte plötzlich noch neue Bettwäsche gebraucht, Madeleine wollte ihrem Mann noch eine Strickweste kaufen und die Kinder sollten auch nicht leer ausgehen. Welch ein Stress! Am Ende waren wir alle total erschöpft von unseren Einkäufen. Und natürlich kam es, wie es kommen musste: Der violette Pullover, den ich gekauft hatte, passte so gar nicht zu den violetten Jeans, er war eher pflaumenblau. Dabei war ich so sicher, dass ich mich nicht geirrt hatte! Nun werde ich den Pullover zu grauen Hosen tragen, auch wenn es nicht unbedingt modern ist in dieser Saison.

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So, kommen wir zum dritten Thema, zur Verleihung des Friedensnobelpreises. Sie haben es sicher auch mitbekommen: Kürzlich wurden in Stockholm für das Jahr 2009 die Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und für den Frieden verliehen. Der Friedensnobelpreis ging dabei an den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, an Barack Obama. Auch wenn nicht alle mit dieser Wahl einverstanden waren, ich persönlich fand, dass Mister Obama den Preis verdient hatte. Das war nicht immer so. Ursprünglich, während des Wahlkampfes in den USA, schlug mein Herz natürlich für eine Frau, für Hilary Clinton. Mit der Zeit aber erkannte ich, dass Barack Obama bessere Chancen haben würde, die vielen Probleme in seinem Land wie z.B. das der Krankenversicherung zu lösen. Das Thema ist Ihnen sicher geläufig, und Sie wissen, dass fast 50 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner nicht gegen Krankheit versichert sind.

Im Unterschied zu Clinton hatte es Obama schon im Wahlkampf fertig gebracht, die Menschen in den USA wieder hoffen zu lassen. Hoffnung, die Wirtschaftskrise zu meistern; Hoffnung, die Kriege im mittleren Osten in den Griff zu bekommen; Hoffnung, den Terrorismus erfolgreich bekämpfen zu können. Mit der Verleihung des Friedensnobelpreises hat Obama eine Menge Vorschusslorbeeren [10] bekommen, obwohl er noch gar nichts erreicht hat. Ist es so schlecht um die Welt bestellt, dass jemand für die Hoffnung auf bessere Zeiten einen weltweit anerkannten Preis bekommt? Was denken Sie darüber?

Nun möchte ich den heutigen Podcast aber nicht so nachdenklich beenden, sondern Sie fragen, was für Sie Preise und Auszeichnungen bedeuten. Ich, zum Beispiel, freue mich jeden Tag über die Auszeichnungen meiner Kinder, die sie während ihrer Schulzeit nach Hause gebracht haben. Das sind vor allem Preise in verschiedenen sportlichen Disziplinen, die ich als stolze Mutter aufgehängt habe. Für mich selbst waren als junges Mädchen Erfolge und Auszeichnungen in der Leichtathletik sehr wichtig, und mir hat es Mut gemacht weiter zu machen, wenn ich von einem Wettkampf mit einem guten Platz nach Hause kam. Ein Hobby kann sich aber auch in späteren Jahren zu einem Beruf entwickeln. Denken Sie nur an Michael Schumacher, den siebenfachen Weltmeister in der Formel 1, der seine Karriere mit Go-Kartfahren begonnen hat oder an Anne-Sophie Mutter, die seit ihrer Kinderzeit so wunderbar und virtuos Geige spielt.

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Für heute kommen wir zum Schluss. Wie immer freue ich mich auf Ihre Kommentare und Bemerkungen unter www.podclub.ch. Wir hören uns wieder am 27. November. Dann sprechen wir über Freizeitangebote, Religionen und vielleicht auch schon über Weihnachten. Bis dann grüsst Sie, wo immer Sie auch sind, Ihre Dagmar.




[1] registrieren: eintragen, erfassen
[2] der Zugriff: der Zugang
[3] problemlos: leicht, mühelos
[4] unerschöpflich: unendlich, ewig
[5] prasseln: knistern
[6] die Schoggi: Schweizer Begriff für die Schokolade
[7] das Guetzli: Schweizer Begriff für das Biskuit, das Gebäck
[8] akut: wichtig
[9] die Variante: die Abweichung, die andere Art
[10] die Vorschusslorbeeren: die vorzeitige Ehre, die vorzeitige Würdigung

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Angela Pontes 24-11-2009 17:37
Liebe Dagmar Viele dank, die Geschichte gefällt mir ziemlich. Ange la,aus Brasilien.
henos 24-11-2009 12:49
I brauche lernen deutsch
ilir 23-11-2009 14:34
Vielen dank Dagmar!!